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Galerie Boom
Installation work in progress
09.10.2020 - 31.01.2021
Lothringer 13 Halle



First Screentest with fabulous Hias Schaschko, 9. Oktober 2020










Die Installation Galerie Boom von Gabi Blum in der Straße ohne Namen im rechten Seitenflügel der Lothringer 13 Halle wird im November renoviert und bekommt eine neue Fassade, denn das ehemalige Kunsthaus Raab aus Neuhausen soll noch einmal retrospektiv beleuchtet werden.

Die Arbeiten im Raum finden immer freitags statt, wenn die ehemalige Wirtin vor Ort ist.

Mitschnitte der Aktionen und Performances, die in der explosiven Zwischennutzung Kunsthaus Raab im Herbst und Winter 2018/19 statt gefunden haben, sowie Fragmente die noch übrig sind, werden ausgestellt und besprochen, sogar ein ganzes Theaterstück kann angesehen werden und natürlich auch der lang erwartete Kunsthaus Raab Katalog. Weitere Kunstobjekte und eine festliche Straßenbeleuchtung folgen im Dezember, flatterndes Lametta wird dem Straßenzug dann neuen Glanz verleihen bevor sich im Januar die ganze Szenerie in Wohlgefallen auflöst und die Wände der Installation museal hängen werden. Abschlußperformance mit Schaukel und Trommelwirbel nicht ausgeschlossen.

Alles bleibt im Prozess, eh klar.










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Seit 40 Jahren wird auf dem Areal in der Lothringer Straße 13 Kunst produziert und präsentiert. Im Laufe der Zeit wurden die Atelier- und Ausstellungsflächen immer wieder durch Umbauten und Umnutzungen neu strukturiert. Neben unzähligen Ausstellungen entstanden temporäre Projekträume, Aktionsräume, Medienlabore und Archive. Over 13 – reflections on an art space geht verschiedenen spezifischen wie symptomatischen Spuren vor Ort nach und bildet den Auftakt, die Geschichte der Institution als Resource für gegenwärtige und zukünftige Projekte zu erschließen.  Im Zentrum stehen dabei künstlerische Perspektiven, die sich subjektiv, spekulativ und kollaborativ der Lothringer 13 Halle und ihren Erzählungen nähern. 

Zum Auftakt am 9. Oktober werden Fundstücke, Displays und künstlerische Beiträge vorgestellt, die im Laufe des Projektes weiter bearbeitet, mit Material angereichert und durch verschiedene Angebote aktiviert werden.









the making of Daniel Buren's piece





the making of Gabi Blum's piece



1985 fand in der Lothringer 13 Halle die Ausstellung "Process und Konstruktion" statt, das Kulturreferat München gab mehr als 115.000 DM, viele weitere Spender gaben noch mehr, mit dabei Richard Serra, Sol LeWitt, Lawrence Weiner, Vito Acconci, Daniel Spoerri und um die 40 andere Herren, kaum Damen. Daniel Buren stellte blau-weiß gestreifte Stellwände auf (was auch sonst) und wie es der Zufall so will, stehen heute genau an gleicher Stelle meine Wände (was auch sonst).

Happy Anniversary Lothringer 13!





process is everything and everything is process



 

 

 

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Die Galerie Boom, die kann nix und die will nix, die schaut auch nicht besonders aus, sie weiß nix und liefert nix. Die ist eher so ein Fake, eine Kulisse die so tut als ob oder vielleicht auch ein Remake oder ein Zitat an irgendetwas anderes ist, ein Versuch, ein Schein oder ein Scheitern, vielleicht ein sich abarbeiten an Erwartungen an einen Raum dieser Art und an die Funktion einer Künstlerin, die omnipräsent sowieso immer auch alles gerne noch irgendwie mit möglich macht. Vielleicht auch Phönix aus der Asche oder also doch Aschenputtel am Ende. Weiß man jetzt aber noch nicht. Eine Abrechnung auch und eine Form der Verweigerung an das Abliefern, weil man sonst ja nicht weiterkommt oder weil er nicht lückenlos ist: der Lebenslauf. Man dann durchs Raster fällt bei den Förderungen, weil man nicht Teil ist vom „aktuellen Diskurs“ – das ist die Anforderung an uns alle – die Künstler*innen. Und die Boom, die ist die Rache, am System vielleicht auch, und der Entzug des Inhalts, um dann aber doch plötzlich vielleicht was ausstellen zu wollen, weil der Moment gerade günstig und die Laune der Künstlerin dafür passend ist. Sonst aber lieber schön dysfunktional bleiben und sperrig, Fragen besser nicht beantworten, schnell das Flatterband rüber ziehen weil Begehung jetzt gerade echt schwierig und vor allem auch: wirklich gefährlich wäre.

Ein sich verselbstständigender und gleichzeitig stagnierender Kunstraum soll sie sein die Galerie Boom, ja das wäre schön, und etwas das noch keiner hier jemals gesehen hat, wo Hinz und Kunz sich die Klinke in die Hand geben könnten wenn es eine Klinke gäbe, das wissen wir ja jetzt noch gar nicht, ob wir da eine passende Klinke für finden und ja: noch schöner, besser, höher, weiter und innovativer, vielleicht auch noch ein bisschen partizipativer oder wie wärs mit Virtual Reality? Was-weiß-ich-nicht Die Galerie Boom, die kann nix und die will nix, die schaut auch nicht besonders aus, sie weiß nix und liefert nix. Die ist eher so ein Fake, eine Kulisse die so tut als ob oder vielleicht auch ein Remake oder ein Zitat an irgendetwas anderes ist, ein Versuch, ein Schein oder ein Scheitern, vielleicht ein sich abarbeiten an Erwartungen an einen Raum dieser Art und an die Funktion einer Künstlerin, die omnipräsent sowieso immer auch alles gerne noch irgendwie mit möglich macht. Vielleicht auch Phönix aus der Asche oder also doch Aschenputtel am Ende. Weiß man jetzt aber noch nicht. Eine Abrechnung auch und eine Form der Verweigerung an das Abliefern, weil man sonst ja nicht weiterkommt oder weil er nicht lückenlos ist: der Lebenslauf. Man dann durchs Raster fällt bei den Förderungen, weil man nicht Teil ist vom „aktuellen Diskurs“ – das ist die Anforderung an uns alle – die Künstler*innen. Und die Boom, die ist die Rache, am System vielleicht auch, und der Entzug des Inhalts, um dann aber doch plötzlich vielleicht was ausstellen zu wollen, weil der Moment gerade günstig und die Laune der Künstlerin dafür passend ist. Sonst aber lieber schön dysfunktional bleiben und sperrig, Fragen besser nicht beantworten, schnell das Flatterband rüber ziehen weil Begehung jetzt gerade echt schwierig und vor allem auch: wirklich gefährlich wäre.

Ein sich verselbstständigender und gleichzeitig stagnierender Kunstraum soll sie sein die Galerie Boom, ja das wäre schön, und etwas das noch keiner hier jemals gesehen hat, wo Hinz und Kunz sich die Klinke in die Hand geben könnten wenn es eine Klinke gäbe, das wissen wir ja jetzt noch gar nicht, ob wir da eine passende Klinke für finden und ja: noch schöner, besser, höher, weiter und innovativer, vielleicht auch noch ein bisschen partizipativer oder wie wärs mit Virtual Reality? Was-weiß-ich-nicht könnte die Boom noch alles sein oder aber zumindest behaupten, dass sie es wäre jaja. Die Installationen jedenfalls, die machen sowieso immer was sie wollen und dann fallen kurz vor der Eröffnung noch die Wände um, verkeilen sich oder es geht etwas kaputt und man muss es noch mal andersherum wieder aufstellen oder umbauen und eigentlich auch noch mal das Konzept im Ganzen überdenken weil so ist das ja wohl noch nicht richtig ausgereift und durchdacht und da fehlt doch die Relevanz und so kann man wirklich noch keinen Antrag auf Förderung beim Ministerium stellen! Künstlerin folgt Form, s0 versuche ich diesmal mich einfach nur der Sache hinzugeben, geht ja sowieso nicht anders, wegen Corona, ist vielleicht auch mal gut so, fange an zu bauen und schaue wie der Raum dann aussehen wird, das sehen wir dann alle wenn alles auch schon wieder fast vorbei ist im Januar irgendwann, dann schreibe ich das auf einen Zettel und hänge ihn auf damit es auch jeder der kommt sehen kann und wenn er was erfahren will und nach dem tieferen Sinn fragt auch direkt vor Ort ablesen. Was es dann wirklich war oder nicht kann sowieso erst der Rezipient beurteilen, wird man erst in ein paar Jahrzehnten wissen, ob das überhaupt eine Relevanz hat, das was wir da gerade alle machen, also respektive auch ich Boom äh Blum, Gabi die Künstlerin. Und der Raum den ich hier baue die Galerie noch dazu. Das ist dann echte Kunstvermittlung, ganz direkt durch die Künstlerin selbst, an die Wand des Kunstwerks dran gepinnt der Zettel für jeden sichtbar. Vielleicht lesen das dann auch andere Künstler*innen für mich vor oder sie singen es vor, ja das wäre doch schön: Singen! Und ein bisschen Budget habe ich ja auch dafür, damit ich wen zahlen kann für das was er für mich und für die Kunst und für den Gesamtzusammenhang leistet.

 

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the street with no name

 

 

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Galerie Boom ist eine raumgreifende performative Installation der Münchner Künstlerin Gabi Blum, die sich über den Ausstellungszeitraum in Variationen auf- und abbauen wird, in der verschiedene Interventionen und Aktionen die Funktion der Künstlerin und des Kunstraums selbst hinterfragen und auf die Probe stellen werden.

Welche Erwartungen hat die Gesellschaft an Künstler*innen und Kunsträume und wie geht die Künstlerin und ihre Kolleg*innen selbst mit diesem ständig Zerren von außen um? Die Galerie Boom ist ein ergebnisoffenes Projekt, alles ist denkbar und denkbar ist auch nichts. Ob man vielleicht auch andere Künstler*innen darin sehen können wird – wir wissen es bis dato nicht. Sonst aber wird es auf jeden Fall einfach auch ein Raum sein der etwas ausprobiert. Eine Installation, die versucht mit einfachsten Mitteln herauszufinden was er als Kunstraum im Kunstraum sein könnte, was ein Raum für Kunst überhaupt ist und welchen Zweck er verfolgt, wie es sich anfühlt Galerie oder gar Galeristin zu sein, wie man das präsentiert, wie man es schafft einen Mehrwert aus dem allen zu ziehen und die Neugierde der Kunstinteressierten zu wecken.

„Und wenn ich innerhalb von einer Woche nur eine Latte um zehn Zentimeter verrücke, auch dann ist das Kunst und da hat keiner was zu sagen oder gar noch mehr Aktion einzufordern!“

Gabi Blum im Juli 2020